E-Scooter-Unfälle nehmen zu: Warum Jugendliche besonders gefährdet sind
Unfälle mit E-Scootern werden häufiger – und junge Menschen sind besonders oft betroffen. 2025 waren laut Statistischem Bundesamt rund 53,6 Prozent der verunglückten Fahrer jünger als 25 Jahre. Fachleute sehen neben der wachsenden Nutzung auch fehlende Verkehrserfahrung und mangelnde Aufklärung als wichtige Faktoren.
Das Wichtigste in Kürze
Die Unfallzahlen steigen, während E-Scooter vor allem für Jugendliche eine günstige und selbstständige Möglichkeit zur Fortbewegung bieten. Zugleich fehlt vielen eine Einweisung in Verkehrsregeln und Risiken. Experten sprechen sich deshalb für mehr Verkehrserziehung und eine verpflichtende Vorbereitung auf das Fahren aus.
- 2025 wurden 16.496 Menschen bei E-Scooter-Unfällen verletzt – mehr als 38 Prozent mehr als im Vorjahr.
- 38 Menschen starben im vergangenen Jahr bei solchen Unfällen, elf mehr als 2024.
- Besonders häufig verunglücken junge Fahrer; Verletzungen betreffen oft Kopf, Gesicht und Gliedmaßen.
Mehr Nutzung, mehr Unfälle
Der Anstieg hängt nach Einschätzung des ADAC auch damit zusammen, dass E-Scooter immer verbreiteter sind. Mit der Zahl der Fahrten nehmen entsprechend Stürze und Zusammenstöße zu. In der Gruppe der Verunglückten waren 2025 mehr als die Hälfte jünger als 25 Jahre.
Ein tragischer Fall ereignete sich kürzlich in Alzey: Dort starb ein 15-jähriger E-Scooter-Fahrer nach einer Kollision mit einem Auto. Nach Angaben des Berichts erhöhte sich damit die Zahl der Todesopfer bei E-Scooter-Unfällen in Rheinland-Pfalz im Jahr 2026 auf vier.
Selbstständig unterwegs – oft ohne Vorbereitung
Christian Schmidt vom ADAC Mittelrhein beschreibt E-Scooter als besonders attraktives Verkehrsmittel für Jugendliche ab etwa 14 Jahren. Sie ermöglichen eigenständige Wege, ohne auf Eltern oder öffentliche Verkehrsmittel angewiesen zu sein, und sind vergleichsweise kostengünstig.
Problematisch sei, dass für die Nutzung weder eine Ausbildung noch eine Einweisung erforderlich ist. Jugendliche könnten einen Scooter kaufen, ein Versicherungskennzeichen anbringen und direkt losfahren – auch wenn ihnen Verkehrsregeln oder typische Gefahren nicht ausreichend vertraut sind.
Stürze können schwere Folgen haben
Medizinische Untersuchungen zeigen, dass bei Unfällen häufig Kopf, Gesicht, Arme und Beine verletzt werden. Das Spektrum reicht laut David Latz, Oberarzt am Universitätsklinikum Düsseldorf, von leichten Verletzungen bis zu schweren Mehrfachverletzungen. Oft tragen Verunglückte keinen Helm.
Schon ein Bordstein oder eine Unebenheit kann das Vorderrad abrupt stoppen und den Fahrer nach vorn schleudern. Fachleute warnen deshalb davor, den E-Scooter als Spielzeug zu betrachten. Das verbreitete negative Bild junger Fahrer werde der Gruppe nicht gerecht, betont Schmidt.
Aufklärung als Ansatzpunkt
Schmidt hält mehr Verkehrssicherheitsunterricht an Schulen für wichtig und sieht auch Eltern in der Verantwortung. Als weitere Möglichkeit nennt er einen Befähigungsnachweis, den Käufer vor dem Erwerb vorlegen müssten. Denkbar wäre etwa eine kurze Online-Schulung oder eine intensive Beschäftigung mit Informationsmaterial. Ziel wäre, junge Fahrer besser auf Regeln und Risiken vorzubereiten, bevor sie auf die Straße fahren.
