Jetzt Tarif finden

Der Beamtenstatus ist in Deutschland seit Jahrzehnten hoch angesehen ‒ so signalisiert dieser Status hauptsächlich einen sicheren Job, hohe Pensionen und viele Vorzüge und Sonderregelungen. Das gilt natürlich auch für den Sterbefall. Welche Bezüge der Beamte bzw. seine Hinterbliebenen konkret erhalten können, bestimmt hierbei das sogenannte Beamtenversorgungsgesetz (BeamtVG).

Das Beamtenversorgungsgesetz

Das Beamtenversorgungsgesetz wurde zur Regelung der Versorgung von Beamten in Deutschland erschaffen und beinhaltet somit auch gesetzliche Vorschriften bei deren Ableben. Es greift überall dort, wo die einzelnen Bundesländer keine gesonderten Vorschriften für die Versorgung ihrer Beamten haben. Das BeamtVG regelt hauptsächlich das Ruhegehalt im Alter, die Gehälter bei Dienstunfähigkeit und die Hinterbliebenenversorgung, wobei Hinterbliebene nicht nur Ehegatten und Kinder des Verstorbenen sind, sondern auch eingetragene, langjährige Lebenspartner der Beamten. Es beinhaltet insgesamt 15 Abschnitte, wobei in Abschnitt 3, §16-28 die Versorgung und Ansprüche der Hinterbliebenen geregelt sind. §18 regelt dabei konkret den Anspruch der Ehegatten und Kinder auf das Sterbegeld.

Bezüge für den Sterbemonat

Stirbt ein verbeamteter Familienangehöriger im Laufe eines Monats, müssen laut Beamtenversorgungsgesetz (§ 17 Abs. 1) keine bereits für den Monat erhaltenen Dienstbezüge zurückgezahlt werden. Diese erhält in der Regel der überlebende Ehegatte bzw. die nächsten Verwandten. Noch nicht gezahlte Bezüge für den Sterbemonat werden auch nachträglich noch an die nächsten Hinterbliebenen ausgezahlt. Weiterhin ist eine Aufwandsentschädigung vonseiten der Arbeitgeber für die Bestattung und dazugehöriger Kosten wie Leichentransport, Druck von Trauerkarten etc. zu erwarten. Entsprechende Regelungen zur Höhe der Bezüge finden Sie in den Beihilfeverordnungen der einzelnen Bundesländer.

Jetzt Tarif finden

Witwen- und Waisengeld

Witwer und Witwen erhalten nach dem Tod eines Ehegatten mit Beamtenstatus Witwengeld, sofern dieser mehr als fünf Jahre im Dienst war. Die Höhe des Witwengeldes liegt bei 55 % des Ruhegehaltes, wenn der Witwer bzw. die Witwe sonst keine weiteren Einkünfte beziehen. Das Ruhegehalt ist dabei das Gehalt, welches der Beamte bei Versetzung in den Ruhestand zum jeweiligen Zeitpunkt vor seinem Tod mindestens erhalten hätte.

Abkömmlinge des verstorbenen Beamten erhalten ab dem Zeitpunkt des Todes bis zu ihrem 18. Lebensjahr Waisengeld, sofern diese noch im selben Haushalt leben. Das Waisengeld unterscheidet zwischen Halb- und Vollwaisen und ist somit unterschiedlich hoch. Vollwaisen bekommen 20 % der Ruhebezüge, Halbwaisen nur 12 %. Es besteht die Möglichkeit, auch nach dem 18. Lebensjahr noch Waisengeld zu beziehen. Dieses muss jedoch gesondert beantragt werden.

Sterbegeldansprüche bei Beamten ohne Angehörigen

Ist kein Angehöriger mehr auffindbar bzw. vorhanden, kann Sterbegeld auch an jede Person ausgezahlt werden, die sich um den Beamten, etwaige Pflegemaßnahmen und auch seine Bestattung gekümmert hat. Voraussetzung ist, dass diese Aufwendungen selbst bezahlt wurden und ein Antrag dazu bei der zuständigen Versorgungskasse eingegangen ist.

Sterbegeldanspruch beim Tod einer Beamten-Witwe bzw. eines Beamten-Witwers

Stirbt ein zuvor Sterbegeld-berechtigter Erbe eines Beamten, kann der Sterbegeldanspruch an die nächsten Erben weitergegeben bzw. sogar verpfändet werden. Dazu müssen diese vorher Waisengeld bezogen und im selben Haushalt des oder der Verstorbenen gelebt haben.

Jetzt Tarif finden

Sterbegeldansprüche der Erben

Sterbegeld ist ein Geldbezug, mit dem Hinterbliebene den Aufwand einer Bestattung und dazugehöriger Maßnahmen finanziell ersetzt bekommen sollen. Das Prinzip des Sterbegeldes erinnert an die Vorzüge einer gesetzlichen Rentenversicherung, die den Hinterbliebenen für einige Zeit nach dem Ableben eine Rente garantierte, damit diese nicht durch den Tod ihres Angehörigen und der daraus entstehenden Kosten in ein finanzielles Loch fielen.

Obwohl das Sterbegeld bei nicht verbeamteten Angestellten in der gesetzlichen Krankenversicherung schon lange zum großen Teil gestrichen wurde, gibt es dieses in der Beamtenversorgung noch immer. Eine Einschränkung ist jedoch, dass sich der Beamte kurz vor seinem Tod weder in einem Sonderurlaub befunden hat, noch der Arbeitsstatus als Beamte ruhte. Stirbt ein Beamter, haben Ehegatten nach Antrag bei der Versorgungskasse ab dem Zeitpunkt des Todes ein Recht auf die Höhe des Zweifachen der monatlichen Dienstbezüge des Verstorbenen. Dies gilt allerdings nur dann, wenn die Ehe bereits über mindestens zwölf Monate bestand. Damit wird dem Problem einer vermeintlichen Versorgungsehe vorgebeugt, deren einziges Ziel es ist, nach dem Ableben das Sterbegeld abzugreifen.

Jetzt Tarif finden