Obi-Baumärkte verschwinden endgültig aus Russland
Der Name der deutschen Baumarktkette Obi wird bald nicht mehr auf dem russischen Markt präsent sein. Nach dem offiziellen Rückzug des Unternehmens im Zuge des Ukraine-Kriegs lief der Markenname unter der russischen Baumarktkette Lenta weiter. Nun hat Lenta angekündigt, die Geschäfte bis Mai vollständig unter das eigene Corporate Design zu stellen.
Key Takeaways
- Der Name Obi verschwindet endgültig vom russischen Markt.
- Die Geschäfte werden bis Mai unter die russische Marke Lenta umfirmieren.
- Obi hatte sich nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine zurückgezogen.
- Markenrechte waren ein Streitpunkt, da Obi die Verlängerung beantragt hatte.
Ende einer Ära für Obi in Russland
Obwohl sich die deutsche Baumarktkette Obi nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine aus Russland zurückgezogen hatte, blieb ihr Name auf dem Markt bestehen. Dies geschah teilweise unter dem Namen "Obi Dom". Nun hat die russische Baumarktkette Lenta, die das Geschäft übernommen hat, angekündigt, dass dieser Zustand endet.
Bis Mai dieses Jahres sollen alle Filialen das Corporate Design der russischen Marke Lenta annehmen. Damit verschwindet ein bekanntes westliches Markenzeichen endgültig aus dem russischen Einzelhandel.
Streit um Markenrechte
Der Fall Obi ist Teil einer größeren Debatte über westliche Marken, die sich zwar aus Russland zurückgezogen, aber ihre Markenrechte dort aufrechterhalten hatten. Kritiker bemängelten, dass dies eine Form der fortgesetzten Präsenz oder des Profits aus dem russischen Markt darstelle. Markenpatente sind in der Regel zehn Jahre gültig.
Laut einer Studie der Kyiv School of Economics (KSE Institute) hatte Obi bereits 2021 eine Verlängerung seiner Markenrechte beantragt, die Genehmigung erfolgte jedoch erst 2022. Dies deutet auf eine bewusste Strategie hin, die Marke auch nach dem Rückzug präsent zu halten.
Obi’s Marktposition in Russland
Vor seinem Rückzug war Obi mit 27 Märkten, vor allem in Ballungsräumen wie Moskau, ein bedeutender Akteur auf dem russischen Do-it-yourself-Markt. Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete das Unternehmen weltweit einen Umsatz von 8,2 Milliarden Euro. Der russische Markt stellte somit einen wichtigen Teil des globalen Geschäfts dar.