Sie denken darüber nach, eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abzuschließen, um sich auch im Fall der Fälle grundlegend abzusichern? Was es da für Möglichkeiten gibt und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie im Folgenden.

Verbraucherverbände, Versicherungsgesellschaften und -experten weisen ständig auf die Wichtigkeit von einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung hin. Berufsunfähigkeit ist ein weitaus verbreiteteres Problem, als häufig angenommen. Nach Angaben der deutschen Versicherungsgesellschaft wird eine von vier Personen im Laufe Ihrer Karriere berufsunfähig. Von diesen 25 % ist eine von vier Personen bereits vor dem 45. Lebensjahr nicht mehr fähig, ihren Beruf auszuüben. Die häufigsten Gründe für Berufsunfähigkeit sind psychische Krankheiten, Muskel-Skelett-Erkrankungen, Krebs, Unfälle und Herzerkrankungen. Dabei fällt die Unterstützung durch die gesetzlichen Sozialversicherungen eher gering aus. Stellen Sie sich vor, Sie wären aufgrund einer Verletzung oder Krankheit plötzlich nicht mehr in der Lage zu arbeiten. Wie würden Sie ohne ein regelmäßiges Einkommen Ihren Ausgaben nachkommen, Lebensmittel einkaufen, Miete zahlen oder Ihre Familie unterstützen? Höchstwahrscheinlich wären Ihre Rücklagen in kurzer Zeit aufgebraucht. Unter solchen Umständen ist die Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll, denn sie gewährleistet, dass Sie Ihren Lebensunterhalt trotz akuter Arbeitsunfähigkeit weiterhin aufbringen können.

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Die wichtigsten Fakten zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung

Um die Frage zu beantworten, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Sie sinnvoll oder von Nutzen ist, bietet es sich zuerst an, zu klären, worum es sich dabei eigentlich genau handelt. Im Folgenden werden Sie deshalb über die genaue Bedeutung, den Sinn und ihre Vorteile in Verbindung mit dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung informiert.

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Um es einfach zu formulieren: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt Sie vor einem Einkommensausfall, falls Sie nicht mehr in der Lage sein sollten, Ihrem Beruf nachzukommen. Eine Eigenheit der Berufsunfähigkeitsversicherung ist, dass sie als besonders wichtig gilt und dennoch nur von wenigen Berufstätigen abgeschlossen wird. Statistisch gesehen wird sie konsequent als eine der fünf wichtigsten Versicherungen genannt. Fast 20 % der Deutschen zählen sie sogar unter die Top 3 der bedeutendsten Versicherungen. Tatsächlich sind im Falle der Erwerbsunfähigkeit aber nur ca. 28 % durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert. Einer der Hauptgründe dafür sind die Kosten. Ein häufiger Trugschluss ist dabei, dass die Zahlungen für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung als zu hoch eingeschätzt werden. Dazu kommt, dass viele Falschannahmen rund um das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung kursieren. Zum Beispiel besteht die allgemeine Annahme, dass eine staatliche Absicherung gegeben ist, beziehungsweise Unfallversicherungen im Falle eines Arbeitsausfalls aus gesundheitlichen Gründen greifen. Oft finden sich Personen auch im folgenden Dilemma wieder: Wenn Sie jung sind, denken Sie nicht daran, dass Ihnen etwas zustoßen könnte und investieren Ihr Geld lieber in andere Ausgaben, wie zum Beispiel Reisen oder die erste eigene Wohnung. Mit steigendem Alter steigt auch das Risiko, auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung angewiesen zu sein. Somit können die Versicherungsbeiträge tatsächlich in die Höhe schießen, oder aber weniger Versicherungsunternehmen sind dazu bereit, einen Vertrag mit Ihnen abschließen.

Was sind die Vorteile einer Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung hilft Ihnen, Ihre finanzielle Lebensgrundlage abzusichern, wenn Sie nicht mehr in Ihrem zuletzt ausgeübten Beruf arbeiten können. Der Hauptvorteil liegt in einer monatlichen Pension, die Sie erhalten solange Sie arbeitsunfähig und über einen gewissen Grad beeinträchtigt sind, der normalerweise bei einer Invalidität von 50 % liegt. Einfach ausgedrückt: Solange Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten können, erhalten Sie eine monatliche Zahlung. Weitere wichtige Leistungen beinhalten Vorteile wie Wiedereingliederungsmaßnahmen, psychotherapeutische Behandlungen, Beratung in Sachen Rehabilitierung oder professionelle Re-Integrationskurse.

Für wen ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Die Empfehlungen, eine Versicherung abzuschließen, sind selten so klar und eindeutig, wie im Falle einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Verbraucherverbände, Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, wie beispielsweise der Bund der Versicherten, raten aufgrund der schwerwiegenden wirtschaftlichen Konsequenzen der Berufsunfähigkeit eine solche Versicherung abzuschließen. Das seltene Einvernehmen der verschiedenen Marktteilnehmer ist hauptsächlich auf zwei Aspekte zurückzuführen. Zum einen ist die staatliche Berufsunfähigkeits-Leistung kaum ausreichend, um seinen Lebensstandard zu erhalten. Er liegt normalerweise bei ungefähr 32 % des Bruttogehalts Ihres zuletzt ausgeübten Berufs. Zum anderen können die Gründe für Arbeitsunfähigkeit häufig vielfältig und altersunabhängig sein. Das moderne Berufsleben ist stressreich und die Erwerbsunfähigkeit gründet nicht selten auf psychischen Erkrankungen, wie zum Beispiel Burnout. Darüber hinaus muss erwähnt werden, dass die allgemeine Ablehnungsquote der Versicherungsunternehmen relativ gering ist. Das bedeutet, dass wenn bei Vertragsabschluss keine Fehlinformationen genannt wurden, nur der Grad der Beeinträchtigung maßgeblich ist. Dieser wird von unabhängigen Ärzten festgelegt, was bedeutet, dass die Versicherungen sehr geringen Spielraum haben, um die Leistungen abzulehnen.

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Warum eine Absicherung sich lohnt

Wenn Sie aufgrund eines Unfalls oder aus Krankheitsgründen langfristig nicht mehr am Arbeitsleben teilhaben können, gibt es die staatlich geförderte Erwerbsminderungsrente. Diese deckt allerdings nur einen kleinen Teil Ihres Einkommens ab. Die generelle Daumenregel lautet hier: Wenn Sie weiterhin zwischen drei und sechs Stunden täglich arbeiten können, beträgt Ihre Erwerbsminderungsrente rund 20 % Ihres letzten Gehalts. Sind Sie weniger als drei Stunden arbeitsfähig, so beträgt sie ungefähr 40 % Ihres letzten Gehalts. Sie erhalten diese staatlichen Leistungen allerdings nur, wenn Sie nicht nur in Ihrem Beruf nicht mehr arbeiten können, sondern aus gesundheitlichen Gründen auch keiner anderen Tätigkeit nachgehen können. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung haben Sie schon bei 50-prozentiger Erwerbsunfähigkeit einen Anspruch auf Ihre Versicherungsleistung. Diese 50-prozentige Erwerbsunfähigkeit bezieht sich auf Ihre aktuelle Position. Sie können anders als bei der Erwerbsminderungsrente nicht dazu gedrängt werden, zu einer Tätigkeit zu wechseln, die Sie noch in der Lage wären auszuüben, solange Sie beim Vertragsabschluss auf den Ausschluss der abstrakten Verweisung achten. Wenn die abstrakte Verweisung nicht ausgeschlossen ist, muss der Versicherer im Falle einer Erwerbsunfähigkeit keine Berufsunfähigkeits-Rente zahlen, wenn Sie noch in der Lage wären, aufgrund Ihrer Fähigkeiten und Kenntnisse einen anderen Beruf auszuüben.

Die Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung sind an Ihr Alter und Ihren Berufsstand geknüpft. Dabei sind verschiedene Berufsgruppen in diverse Risikogruppen unterteilt. Die Auswertung des Berufsgruppen-Risikos führt zu erheblichen Unterschieden in Bezug auf die Leistungen. Wenn Sie einmal einer Risikogruppe zugeordnet wurden, bleiben Sie unabhängig von Ihrer Tätigkeit in dieser Risikogruppe. Darüber hinaus haben auch riskante Freizeitaktivitäten Auswirkungen auf die Versicherungsleistungen. Aufgrund der hohen Zahl an Berufstätigen, die im Laufe Ihres Arbeitslebens arbeitsunfähig werden, ist das finanzielle Risiko der Versicherungen bei der Berufsunfähigkeitsversicherung sehr hoch. Das hat zur Folge, dass Sie beim Versicherungsabschluss strikte Fragen über Ihren Gesundheitszustand beantworten müssen. Sogar kleine Gesundheitsprobleme können dazu führen, dass bestimmte Aspekte Ihrer Gesundheit unversicherbar sind und deshalb nicht in die Versicherung inkludiert werden. Bereits bestehende Berufsunfähigkeitsversicherungen lassen sich ohne erneute Gesundheitsfragen ändern. Dies ist aber nur der Fall, wenn Ihr Vertrag eine sogenannte Nachversicherungsgarantie enthält. Weiterhin ist es möglich, dass ein höheres Risiko für die Versicherung zu höheren Versicherungsbeiträgen führt. Manche Berufsfelder sind aufgrund des hohen Verletzungsrisikos gar nicht versicherbar. Optimal ist es 60 % Ihres aktuellen Gehalts zu versichern, um einen kompletten Verdienstausfall aufzufangen. Außerdem sollten Sie immer im Hinterkopf behalten, dass Sie für alle Sozialbeiträge aufkommen müssen, ohne Unterstützung von Ihrem Arbeitgeber zu erhalten. Für den Fall, dass Sie einer hohen Gehaltsklasse angehören, sollten Sie sich mit der Frage auseinandersetzen, ob es nicht sinnvoller wäre, sich zu überlegen, wie viel Geld Sie monatlich brauchen, um Ihr Leben wie gewohnt weiterzuführen, da die Berufsunfähigkeitsversicherung im Allgemeinen relativ kostenintensiv ist.

Für wen lohnt sich die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Generell ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für jeden sinnvoll. Überwiegend gilt der Grundsatz, dass umso früher Sie die Versicherung abschließen, beziehungsweise umso jünger Sie bei Versicherungsabschluss sind, desto kostengünstiger fallen die Versicherungsbeiträge aus. Das Einstiegsalter und die ausgeübte Tätigkeit sind die ausschlaggebenden Kriterien bei der Betriebskostenabrechnung. Es ist sogar möglich eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler abzuschließen. Dadurch können Sie Ihr Kind mit einem lebenslangen und regelmäßigen Einkommen absichern. Im Durchschnitt liegen diese Leistungen bei rund 1.000 Euro monatlich. Besonders sinnvoll ist die Berufsunfähigkeitsversicherung für Berufseinsteiger. Da sich die staatlich geförderte Erwerbsminderungsrente aus zuvor erworbenen Leistungen und generellen Wartezeiten zusammensetzt und Berufseinsteiger in den ersten fünf Jahren gar keine Leistungen erhalten.

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