Domo Chemicals Insolvenz bedroht Chemiepark Leuna
Die Insolvenz der belgischen Domo Chemicals hat weitreichende Folgen für ihre Tochterfirmen am traditionsreichen Chemiepark Leuna in Sachsen-Anhalt. Insgesamt 585 Mitarbeiter in Leuna und Premnitz sind von der Krise betroffen. Dies wirft ein Schlaglicht auf die angespannte Situation der deutschen Chemieindustrie, die unter hohen Energiekosten und internationalem Wettbewerb leidet.
Schlüsselpunkte
- Die Insolvenz von Domo Chemicals betrifft 585 Mitarbeiter in Leuna und Premnitz.
- Der Chemiepark Leuna, einst ein Symbol des ostdeutschen Wandels, steht vor großen Herausforderungen.
- Die deutsche Chemieindustrie kämpft mit steigenden Energiekosten, Rohstoffknappheit und Billigimporten.
- Eine Studie von Creditsafe warnt vor einer zunehmend fragilen finanziellen Stabilität der Branche.
- Die Abhängigkeiten innerhalb des Chemieparks bedeuten, dass eine Einstellung der Domo-Produktion auch andere Unternehmen beeinträchtigen würde.
Die Krise am Chemiepark Leuna
Der Chemiepark Leuna, einst ein Vorzeigeprojekt für den erfolgreichen Strukturwandel in Ostdeutschland, sieht sich nun mit einer ernsten Bedrohung konfrontiert. Die Insolvenz der Domo Chemicals in Belgien zieht weite Kreise und trifft auch die deutschen Tochtergesellschaften am Standort Leuna hart. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Arbeitsplätze von 585 Mitarbeitern in Leuna und Premnitz.
Herausforderungen der deutschen Chemieindustrie
Die Probleme in Leuna sind kein Einzelfall, sondern spiegeln die schwierige Lage der gesamten deutschen Chemieindustrie wider. Steigende Energiekosten, Sorgen um die Versorgung mit kritischen Rohstoffen und der Preisdruck durch Importe aus China setzen der Branche stark zu. Während Werke in den USA Gewinne erwirtschaften und China boomt, verzeichnet Deutschland deutliche rote Zahlen. Eine Studie der Kreditauskunft Creditsafe unterstreicht diese Entwicklung und warnt, dass die finanzielle Stabilität der Branche zunehmend infrage gestellt wird.
Vernetzte Produktionsstrukturen
Die Chemieproduktion ist hochkomplex und stark vernetzt. Prozesse sind oft so aufeinander abgestimmt, dass Abwärme aus einem Schritt als Energiequelle für einen anderen dient. Sollte die Produktion der deutschen Domo-Gesellschaften eingestellt werden, hätte dies spürbare Auswirkungen auf den gesamten Chemie- und Energieverbund am Standort Leuna. Lieferanten wie Linde, die Raffinerie von Total Energies und der Chemieparkbetreiber Infraleuna wären ebenfalls betroffen. Die Infraleuna kritisiert, dass die aktuellen Entwicklungen das Ergebnis einer seit Jahren falsch ausgerichteten Energie- und Industriepolitik seien.
