Seit Anfang 2004 zahlt die Krankenkasse kein Sterbegeld mehr. Seien Sie im Ernstfall darauf gefasst und informieren Sie sich im Vorhinein über mögliche Entlastungen.

Die Kürzungen der gesetzlichen Krankenkasse

Am 1.1.2004 wurde das gesetzliche Sterbegeld der Krankenkassen abgeschafft. Bis zu diesem Datum leistete die gesetzliche Krankenkasse beim Tode eines Versicherten einen Zuschuss zu den Bestattungskosten. Gezahlt wurde unter der Bedingung, dass der Verstorbene am 1.1.1989 versichert war. Den Zuschuss erlangen konnte man auch, wenn am 1.1.1989 ein sogenannter Leistungsanspruch nach § 19 Abs. 2 SGB V bestand. Seit oben genanntem Datum ist das Sterbegeld in einer Höhe von 1.050 Euro im Falle des Todes eines Mitglieds kein Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkasse mehr. Gleiches gilt für den Betrag von 525 Euro im Todesfall eines familienversicherten Angehörigen. Dies stellt für viele Menschen ein Problem dar, da die Kosten einer Bestattung nicht gerade gering sind. Um zu gewährleisten, dass die Bestattung wunschgemäß abläuft, schließen deshalb heutzutage viele Menschen eine private Sterbegeldversicherung ab. Auch private Krankenversicherungen tragen nichts zu den Bestattungskosten bei, da der Todesfall nicht im Register der versicherten Risiken eingetragen ist. Der Abschluss einer Sterbegeldversicherung sollte aber wohlüberlegt sein, da die Tarife oft nicht als besonders kundenfreundlich eingestuft werden.

Kosten einer Bestattung

Wie hoch sind nun ungefähr die Kosten, die im Todesfall eines Verwandten auf Sie oder im eigenen Todesfall auf Ihre Angehörigen zukommen? Sie sollten mit Gesamtkosten von mindestens 5.000 Euro rechnen. Je nach Belieben können die Kosten für eine Bestattung aber auch bis zu 10.000 Euro betragen. Die Versorgung des Verstorbenen kostet zwischen 100 und 250 Euro, die Überführung von 100 bis 200 Euro, ein Sarg oder eine Urne kostet zwischen 400 und 2.000 Euro und was Kränze und Blumenschmuck betrifft, müssen Sie mit Kosten von 300 bis 500 Euro rechnen. Die Formalitäten und Dienstleistungen kosten Sie ungefähr 400 bis 600 Euro. Die Bestattung selbst kann man zwischen 1.000 und 2.000 Euro festsetzen. Trauerunterlagen und Dokumente gehören auch mit dazu und kosten immerhin etwa 200 bis 450 Euro. Die Grabanlage an sich schließlich hat einen stolzen Preis von 1.500 bis zu 2.000 Euro. Diese Kosten treffen viele von uns sehr schwer, da auf das Sterbegeld der gesetzlichen Krankenkasse nicht mehr gezählt werden kann. Eine gut angepasste Sterbegeldversicherung kann durchaus eine Hilfe sein.

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Gesetzliche Unfall- und Rentenversicherungen ersetzen keine Sterbegeldversicherung

Auf die gesetzlichen Krankenkassen ist kein Verlass mehr, was das Sterbegeld betrifft. Als Alternative kann man als Angehöriger eines Verstorbenen Ansprüche an die gesetzliche Rentenversicherung stellen. Die Angehörigen müssen sich nicht um ihre wirtschaftliche Existenz sorgen und können die Kosten für eine Bestattung bedeutend leichter tragen. Die Rentenversicherung zahlt Witwen- bzw. Witwerrechte für die Ehepartner des Verstorbenen. Für Kinder, die noch eine Ausbildung machen, können Waisen- oder Halbwaisenrenten bezogen werden. Falls Sie alleinerziehend sind, erhalten Sie zusätzlich eine Erziehungsrente, welche die weitere Versorgung Ihrer Kinder sichert. Im sogenannten „Sterbevierteljahr“ wird sogar die volle Rente des Verstorbenen ausgezahlt, und nicht die regulären 55 bis 60 %. Dieses Geld soll jedoch nicht für die Begleichung der Bestattungskosten verwendet werden. In manchen Fällen können Sie auch Anspruch an die Unfallversicherung stellen – private Unfallversicherungen beinhalten meist eine Todesfallleistung. Was die gesetzliche Unfallversicherung betrifft, so bietet diese keinen hinreichenden Versicherungsschutz. Es wird nur ausgezahlt, wenn der tödliche Unfall am Arbeitsplatz oder auf dem Weg dorthin geschehen ist. Eine Unfallversicherung ersetzt niemals eine Sterbegeldversicherung, da diese eben für alle Todesarten gilt.

Wann der Arbeitgeber zahlt

Viele Betriebe halten es so, dass sie nach dem Todesfall ihres Arbeitnehmers Monatsgehälter von 1 bis 3 Monaten an die Hinterbliebenen auszahlen. Falls der Verstorbene im öffentlichen Dienst angestellt war, ist es möglich, über den Arbeitgeber an finanzielle Mittel zu kommen. Häufig haben Beamte sogar eine betriebliche Sterbekasse, wie dies auch in Großunternehmen oft der Fall ist. Die Höhe des Betrags, in welchem das Sterbegeld gezahlt wird, ist meist schriftlich festgehalten.

Da es von der Krankenkasse kein Sterbegeld mehr gibt, sollten Sie sich rechtzeitig über Alternativen erkundigen. Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, Ihre Angehörigen zu entlasten (etwa durch eine Sterbegeldversicherung) oder die Bestattung eines Verwandten mittels diverser Versicherungen zu finanzieren.

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