Bitcoin unter 70.000 Dollar: Krypto-Markt im schleichenden Abwärtstrend
Der Bitcoin hat seine Talfahrt fortgesetzt und ist unter die psychologisch wichtige Marke von 70.000 US-Dollar gefallen. Dies markiert den tiefsten Stand seit November 2024 und verstärkt die Verunsicherung bei Anlegern. Der breitere Kryptomarkt zeigt ebenfalls deutliche Verluste, was auf eine Vertrauenskrise hindeutet.
Wichtige Erkenntnisse
- Bitcoin fiel unter 70.000 US-Dollar und erreichte ein Tief von 69.049 US-Dollar.
- Die Verluste in diesem Jahr belaufen sich auf rund 20 Prozent.
- Seit dem Rekordhoch im November hat Bitcoin etwa 45 Prozent an Wert verloren.
- Analysten sehen eine Mischung aus geldpolitischen Unsicherheiten und dem Rückzug institutionellen Kapitals als Ursache.
- Die Ernennung von Kevin Warsh zum Fed-Vorsitzenden wird als weiterer Belastungsfaktor genannt.
Der schleichende Absturz des Krypto-Marktes
Der Bitcoin-Kurs hat am Donnerstag die Marke von 70.000 US-Dollar unterschritten und auf der Handelsplattform Bitstamp einen Tiefststand von 69.049 US-Dollar erreicht. Dies ist der niedrigste Wert seit November 2024. Die älteste und bekannteste Kryptowährung hat damit ihre Verluste in diesem Jahr auf etwa 20 Prozent ausgebaut. Analysten beschreiben die Marktstimmung als einen "Cocktail der Unsicherheit", der von geldpolitischen Unwägbarkeiten, befürchteter Liquiditätsverknappung und dem Rückzug institutionellen Kapitals geprägt ist. Diese Faktoren führen zu einer spürbaren Verunsicherung bei Anlegern, und die aktuelle Kurskorrektur könnte sich zu einer handfesten Vertrauenskrise entwickeln.
Deutliche Verluste seit dem Rekordhoch
Seit seinem Allzeithoch von über 126.000 US-Dollar im November hat Bitcoin rund 45 Prozent seines Wertes eingebüßt. Geopolitische Unsicherheiten haben in dieser Zeit die Nachfrage nach sichereren Anlagen wie Gold und Silber begünstigt, was den Kurs der Kryptowährung zusätzlich belastete. "Wir sehen nach wie vor keinen klassischen Crash, sondern einen schleichenden Abbau von Bewertung und Risikoappetit", erklärt Analyst Timo Emden von Emden-Research.
Auswirkungen der US-Geldpolitik
Ein wesentlicher Grund für den jüngsten Einbruch im Kryptomarkt wird in der Ernennung von Kevin Warsh zum neuen Vorsitzenden der US-Notenbank Fed gesehen. Es wird erwartet, dass er die Bilanz der Fed verkleinern wird. Risikoreiche Anlagen wie Kryptowährungen gelten als Nutznießer einer expansiven Geldpolitik, da sie tendenziell von erhöhter Liquidität im Markt profitieren. "Der Markt fürchtet einen Falken mit ihm", so Manuel Villegas Franceschi von Julius Bär. "Eine kleinere Bilanz wird Kryptowährungen keinen Rückenwind geben."
Marktübersicht
Obwohl zahlreiche weitere digitale Währungen entstanden sind, dominiert Bitcoin weiterhin den Markt mit einer Marktkapitalisierung von rund 1,4 Billionen US-Dollar. Ethereum und Tether folgen mit deutlich geringeren Bewertungen. Die Gesamtkapitalisierung aller Kryptowährungen liegt derzeit bei etwa 2,4 Billionen US-Dollar, ein Rückgang von rund 3 Billionen US-Dollar zu Jahresbeginn.