Grube Teutschenthal schließt: 90 Beschäftigte vor dem Aus, Sicherung ungeklärt
Die Grube Teutschenthal im Saalekreis hat ihren Betrieb eingestellt. Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens blieb die Suche nach einem Investor erfolglos. Rund 90 Beschäftigte müssen mit Kündigungen rechnen. Während der wirtschaftliche Betrieb endet, ist die Sicherung der unterirdischen Hohlräume weiterhin nötig – und die künftige Organisation dieser Aufgabe noch offen.
Die wichtigsten Punkte
Die Insolvenz trifft sowohl die Belegschaft als auch den Umgang mit den Hinterlassenschaften des Bergwerks. Die Stilllegung des Betriebs beendet nicht die Verantwortung für die Gefahrenabwehr.
- Das Amtsgericht Halle eröffnete das Insolvenzverfahren über die Betreibergesellschaft.
- Ein Investor konnte trotz Gesprächen nicht gefunden werden.
- Rund 90 Beschäftigten sollen Kündigungen ausgesprochen werden.
- Die Sicherung der Schächte und Hohlräume bleibt erforderlich; die Kosten und Zuständigkeiten sind noch nicht abschließend geklärt.
Kein Investor, Geschäftsbetrieb beendet
Das Insolvenzverfahren über die GTS Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH & Co. KG wurde am Montag eröffnet. Nach Angaben des Insolvenzverwalters Lucas Flöther kam eine Übernahme nicht zustande. Die Belegschaft hatte den Betrieb während des vorläufigen Insolvenzverfahrens noch bis zum 31. Oktober aufrechterhalten.
Seitdem nimmt das Unternehmen keine Rückstände aus Müllverbrennungsanlagen und der Industrie mehr an. Dieses Material war zuvor zur Verfüllung der unterirdischen Hohlräume genutzt worden. Damit ist der wirtschaftliche Betrieb eingestellt.
Kündigungen und Gespräche über einen Sozialplan
Für die etwa 90 Beschäftigten sollen nun Kündigungen ausgesprochen werden. Die Insolvenzverwaltung will noch im November mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan verhandeln. Die Gehälter während der Kündigungsfristen seien nach Angaben der Insolvenzverwaltung durch die Insolvenzmasse gesichert.
Bergwerkshohlräume müssen weiter überwacht werden
In Teutschenthal wurden von 1905 bis 1982 Kali- und Steinsalze abgebaut. In 600 bis 900 Metern Tiefe blieben große Hohlräume zurück. In der Region gab es laut Landesangaben schwere Gebirgsschläge, unter anderem 1916, 1940 und 1996. Auch ein Vorfall im November 2019 verdeutlichte die Risiken: Bei einer Verpuffung in etwa 700 Metern Tiefe wurden zwei Beschäftigte verletzt.
Die vier Schächte und die Hohlräume wurden aus der Insolvenzmasse freigegeben, bleiben aber Eigentum der GTS. Das Land kann nötige Arbeiten zur Gefahrenabwehr im Wege einer Ersatzvornahme veranlassen. Eine zentrale Rolle soll dabei das Landesamt für Geologie und Bergwesen übernehmen.
Kosten und Übergang noch offen
Eine frühere Hochrechnung des Wirtschaftsministeriums bezifferte mögliche Kosten für Sicherung und Stilllegung auf rund 130 Millionen Euro. Wie hoch die tatsächliche Belastung wird und wie die Aufgaben auf die zuständigen Stellen übergehen, ist bislang unklar. Trotz des Endes des Geschäftsbetriebs bleibt die Sicherung der Grube damit eine langfristige öffentliche Herausforderung.

