DreiMeister zieht nach Belgien: Neuer Eigentümer übernimmt Marke und Maschinen
Der insolvente Pralinenhersteller DreiMeister aus Werl bekommt eine Zukunft im Ausland: Der belgische Unternehmer Jo Ballet übernimmt die Markenrechte und Maschinen des Unternehmens. Die Produktion soll nach Waregem verlagert werden. Eine Fertigung in Nordrhein-Westfalen ist damit nicht vorgesehen; der Neustart in Belgien ist für Januar geplant.
Die wichtigsten Punkte
- Jo Ballet übernimmt die Marke DreiMeister und die Produktionsmaschinen.
- Die Anlagen aus Werl sollen nach Waregem in Belgien gebracht werden.
- Dort ist eine neue Fertigungsstätte für Schokoladenspezialitäten geplant.
- DreiMeister hatte im Mai ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet.
Produktion soll in Waregem neu starten
Ballet gründete in diesem Jahr in Waregem das Unternehmen Belgian Chocolate Studio. Dort will er eine neue Produktionsstätte für Schokoladenspezialitäten aufbauen. Die Maschinen aus Werl sollen dafür abgebaut und nach Belgien transportiert werden. Nach Angaben des „Soester Anzeigers“ könnten ab Ende Oktober bis zu 30 Lastwagen für den Transport eingesetzt werden. Der Produktionsbeginn ist für Januar vorgesehen.
Ballet bringt Erfahrung aus der Lebensmittel- und Süßwarenbranche mit. Seit 2017 war er beim belgischen Kekshersteller Jules Destrooper tätig. Mit dem Erwerb der Markenrechte soll DreiMeister als Marke weiterbestehen, auch wenn die Herstellung künftig nicht mehr in Deutschland erfolgt.
Kein Käufer für den Betrieb in Werl gefunden
DreiMeister hatte längere Zeit nach einem Investor oder Käufer gesucht. Ein konkretes, umsetzbares Angebot für den Einstieg oder die Übernahme des Unternehmens kam nach Angaben des Insolvenzverwalters trotz intensiver Bemühungen nicht zustande. Für Interessenten sei schwer einzuschätzen gewesen, welche Kunden- und Lieferbeziehungen nach der Insolvenz fortbestehen würden.
Im Mai leitete der Pralinenhersteller ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ein. Dabei bleibt die Geschäftsführung grundsätzlich selbst handlungsfähig und wird von einem Sachwalter begleitet. Der Verkauf der Markenrechte und Maschinen sichert nun zumindest der Marke und den Produktionsanlagen eine Perspektive – allerdings außerhalb Deutschlands.
Hohe Kosten belasteten den Hersteller
Als Gründe für die wirtschaftliche Schieflage wurden gestiegene Rohstoff- und Energiekosten sowie Ernteausfälle genannt. Besonders die hohen Kakaopreise belasteten die Schokoladenbranche. Hinzu kamen Investitionen im Zusammenhang mit einer geplanten Erweiterung des Produktangebots.
Diese Ausgaben fielen in eine Zeit, in der die Folgen der Corona-Pandemie, des Ukraine-Kriegs und der Energiekrise die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erschwerten. Wie sich der Neustart in Belgien auf frühere Beschäftigte oder Geschäftsbeziehungen von DreiMeister auswirkt, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
