OAZ Chefredakteur verlässt das Ruder nur drei Wochen nach dem Start
Nur drei Wochen nach dem offiziellen Start der „Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (OAZ) hat Chefredakteur Dorian Baganz das Handtuch geworfen. Er verlässt das neu gegründete Medienprojekt auf eigenen Wunsch, wie die Ostdeutsche Medienholding mitteilte. Baganz begründete seinen Schritt mit unterschiedlichen Vorstellungen über die inhaltliche Ausrichtung und Fragen der persönlichen Zusammenarbeit.
Wichtige Punkte
- Dorian Baganz scheidet nach nur drei Wochen als Chefredakteur der „OAZ“ aus.
- Er begründet seinen Austritt mit unterschiedlichen Vorstellungen zur inhaltlichen Ausrichtung und Zusammenarbeit.
- Die Nachfolgefrage in der Chefredaktion ist derzeit noch offen.
- Verleger Holger Friedrich steht weiterhin in der Kritik wegen seiner Haltung zu Russland, China und der AfD.
Schneller Abschied nach dem Start
Anfang Februar erst hatte Verleger Holger Friedrich Dorian Baganz als Chefredakteur der „Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (OAZ) vorgestellt. Baganz war maßgeblich an der Aufbauphase des neuen Medienprojekts beteiligt. Nun, nur wenige Wochen nach der Erstveröffentlichung, verlässt er die Chefredaktion auf eigenen Wunsch. In einer Mitteilung erklärte Baganz, dass er von seinem Recht Gebrauch gemacht habe, das Arbeitsverhältnis während der Probezeit mit kurzer Frist zu beenden. Unterschiedliche Vorstellungen über die inhaltliche Ausrichtung sowie Fragen der persönlichen Zusammenarbeit hätten zu dieser Entscheidung geführt.
Nachfolge und Leserwünsche
Die Ostdeutsche Medienholding bestätigte Baganz‘ Austritt und teilte mit, dass die Nachfolge in der Chefredaktion noch offen sei. Geschäftsführer Dirk Jehmlich betonte, dass man das Feedback der Leser sehr ernst nehme, die sich mehrheitlich eine Chefredakteurin oder einen Chefredakteur mit ostdeutscher Biografie wünschen. Baganz selbst stammt aus Duisburg.
Die „OAZ“ wurde Mitte Februar von Verleger Holger Friedrich an den Markt gebracht. Die Zeitung erscheint freitags in gedruckter Form und an den übrigen Tagen digital. Friedrich verfolgt das Ziel, die „OAZ“ zum „publizistischen Leitmedium für Ostdeutschland“ zu etablieren.
Kritik am Verleger
Unabhängig vom Führungswechsel in der Chefredaktion reißt die Kritik an Verleger Holger Friedrich nicht ab. Journalistik-Professor Volker Lilienthal bemängelte bereits zur Erstausgabe der Zeitung einen „tendenziösen Gastbeitrag“ zu China, die mangelnde Abgrenzung zur AfD und eine unmissverständliche Russlandfreundlichkeit des Blattes. Friedrich sieht sich seit Jahren Vorwürfen übermäßiger Russlandtreue ausgesetzt. Ihm wird vorgeworfen, in seinen Publikationen einen populistischen Diskurs zu befeuern und eine „Kuschelkurs mit Autokraten“ zu fahren. Selbst Springer-Chef Mathias Döpfner hatte Friedrich vorgeworfen, „auffallend oft“ Verständnis für die AfD, Russland und China zu zeigen und hinterfragt, ob eine unterschwellige Sympathie für das Autoritäre bestehe.
Foto von brotiN biswaS: https://www.pexels.com/de-de/foto/selektive-fokusfotografie-von-zeitschriften-518543/
