USA verlegt massiv Truppen in den Nahen Osten – Größte Militärpräsenz seit dem Golfkrieg
Die Vereinigten Staaten haben im Nahen Osten eine beispiellose militärische Aufrüstung begonnen, die als die größte Truppenverlegung seit dem Golfkrieg gilt. Diese massive Mobilisierung von Luft- und Seestreitkräften findet parallel zu diplomatischen Gesprächen mit dem Iran über dessen Atomprogramm statt und wirft Fragen nach den strategischen Absichten Washingtons auf.
Key Takeaways
- Die USA verlegen eine signifikante Anzahl moderner Kampfflugzeuge, darunter F-22, F-35 und F-16, in den Nahen Osten.
- Zusätzliche Aufklärungs- und Frühwarnflugzeuge wie E-3 „Sentry“ und U-2 „Dragon Lady“ verstärken die militärische Präsenz.
- Die US-Marine hat ihre Flotte im Verantwortungsbereich des Centcom durch zusätzliche Zerstörer und Flugzeugträgerkampfgruppen aufgestockt.
- Diese militärische Aufrüstung geschieht zeitgleich mit diplomatischen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Genf.
- Der Iran reagiert mit eigenen Militärmanövern in der strategisch wichtigen Straße von Hormus.
Massive Luftverlegung in den Nahen Osten
Seit etwa zwei Wochen nehmen die US-Truppenbewegungen in Richtung Naher Osten zu. Insbesondere seit Montag hat sich das Ausmaß erheblich gesteigert. Laut dem Fachportal „The War Zone“ handelt es sich um die größte Verlegung von US-Truppen in die Region seit dem Golfkrieg. Flugdaten zeigen, dass zahlreiche Flugzeuge, darunter mindestens ein Dutzend F-22 „Raptor“-Kampfjets, von US-Basen in Richtung Europa und von dort weiter in den Nahen Osten verlegt wurden. Diese hochmodernen Tarnkappenjets sind primär für den Luftkampf konzipiert, können aber auch Bodenziele angreifen.
Zusätzlich sind mindestens 36 F-16 „Fighting Falcon“-Jets auf dem Weg in die Region. Diese vielseitigen Mehrzweckkampfflugzeuge können sowohl zur Abwehr von Drohnen und Marschflugkörpern als auch für Angriffe auf Bodenziele eingesetzt werden. Ihre Stationierung in Europa und die anschließende Verlegung in den Nahen Osten erhöhen die Kapazitäten der US-Luftwaffe für längere oder parallele Operationen.
Verstärkung durch Aufklärungs- und Frühwarnsysteme
Neben den Kampfflugzeugen werden auch spezialisierte Flugzeuge verlegt. Zwei E-3 „Sentry“-Flugzeuge mit AWACS-Systemen (Airborne Early Warning and Control) sind auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt Mildenhall gelandet. Diese Flugzeuge können Flugbewegungen über Hunderte von Kilometern verfolgen und Luftoperationen koordinieren. Ein U-2 „Dragon Lady“-Aufklärungsflugzeug, das für strategische Aufklärung und als Kommunikationsplattform dient, ist ebenfalls im Anflug auf den Nahen Osten.
Bereits am Montag landeten 18 F-35-Jets auf der jordanischen Basis Muwaffaq Salti. Diese Stationierung erfolgt trotz einer jordanischen Ankündigung, den Luftraum nicht für Angriffe auf den Iran zu nutzen. Experten vermuten, dass Jordanien den USA möglicherweise begrenzten Zugang gewährt, um Vergeltungsangriffe zu vermeiden.
Ausweitung der Seestreitkräfte und diplomatische Bemühungen
Auch die maritime Präsenz der USA wurde verstärkt. Mit der Entsendung des Zerstörers „USS Pinckney“ sind nun zwölf größere Überwasserkampfschiffe im Verantwortungsbereich des US-Regionalkommandos Centcom im Einsatz. Hinzu kommen Flugzeugträgerkampfgruppen wie die um die „USS Abraham Lincoln“ und die „USS Gerald R. Ford“. Diese Flottenverbände ermöglichen langfristige Luftoperationen und erweitern die Optionen durch seegestützte Marschflugkörper.
Die militärische Aufrüstung findet parallel zu diplomatischen Gesprächen in Genf statt, bei denen Vertreter der USA und des Iran über das Atomprogramm verhandeln. US-Vizepräsident JD Vance bezeichnete die Gespräche als teilweise gut verlaufen, betonte jedoch, dass der Iran die von Präsident Trump gesetzten „roten Linien“ noch nicht anerkenne.
Iranische Reaktionen und strategische Unsicherheiten
Der Iran hat auf die erhöhte US-Präsenz mit eigenen Militärmanövern in der Straße von Hormus reagiert, einem der wichtigsten globalen Seewege für Öltransporte. Der oberste Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, bezeichnete Kriegsschiffe als „gefährliche Waffen“, deutete aber auch die Fähigkeit an, diese zu versenken.
Ob die Truppenverlegungen der Abschreckung dienen oder eine konkrete Operation vorbereiten, ist unklar. Die massive militärische Verstärkung erweitert die Handlungsoptionen Washingtons, doch ein entscheidendes Element für einen erzwungenen Machtwechsel im Iran – größere Bodentruppenbewegungen – ist derzeit nicht zu beobachten.
