Verbände fordern Gesetz zum Schutz des Bargelds: „Bargeld muss bleiben“
Verbraucherschützer schlagen Alarm: Die Möglichkeiten zur Barzahlung in Deutschland nehmen ab. Immer mehr Geschäfte, Selbstbedienungskassen und Dienstleister lehnen Bargeld ab oder bieten es gar nicht mehr an. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und die Wahlfreiheit der Verbraucher zu sichern, fordern mehrere Verbände nun ein Gesetz, das den Schutz des Bargelds als Zahlungsmittel garantiert.
Wichtige Forderungen der Verbände
- Ein Gesetz, das die Akzeptanz von Bargeld als Zahlungsmittel grundsätzlich sicherstellt.
- Kostenfreier und barrierefreier Zugang zu Bargeld in angemessener Nähe für alle Bürger.
- Erhalt der Bargeldinfrastruktur, insbesondere in ländlichen Regionen.
Die schwindende Bargeldinfrastruktur
Die Verbände führen eine Reihe von Beispielen an, die die schwindende Bedeutung des Bargelds verdeutlichen. Dazu gehören Selbstbedienungskassen, die oft nur Kartenzahlung akzeptieren, sowie Einzelhändler, die Bargeldzahlungen gänzlich ablehnen. Auch beim Kauf von Bahnfahrkarten oder Eintrittskarten für Schwimmbäder werde zunehmend auf digitale Bezahlmethoden gesetzt. Gleichzeitig erschwert die Ausdünnung des Filial- und Geldautomatennetzes der Banken das Abheben und Einzahlen von Bargeld, was insbesondere in ländlichen Gebieten zu langen Anfahrtswegen führt und die Kosten für Geldabhebungen steigen lässt.
Bargeld als unverzichtbares Werkzeug für Benachteiligte und als Krisenreserve
Besonders für Menschen in prekären Lebenslagen ist Bargeld oft die einzige oder wichtigste Zahlungsmöglichkeit. Dies gilt etwa für Personen ohne Bankkonto oder mit negativen Schufa-Einträgen, die von digitalen Zahlungsmethoden ausgeschlossen sind. Die Verbände befürchten, dass der Abbau der Bargeldinfrastruktur diese schwächeren Gruppen weiter ausgrenzen könnte. Darüber hinaus wird Bargeld als krisenfestes Zahlungsmittel hervorgehoben, das bei Stromausfällen, Cyberangriffen oder Naturkatastrophen verlässlich funktioniert. Es fördert zudem das soziale Miteinander, beispielsweise bei Spendenaktionen, und hilft Kindern beim Erlernen des Umgangs mit Geld.
Gesetzlicher Schutz für die Wahlfreiheit
Die Verbände appellieren an die Bundesregierung, ein Gesetz zum Schutz des Bargelds zu erlassen. Dieses Gesetz soll sicherstellen, dass Bargeld in Deutschland als Zahlungsmittel anerkannt wird und jeder Bürger kostenfrei und barrierefrei Zugang dazu hat. Die Verbände betonen, dass dies im Einklang mit dem Koalitionsvertrag steht, der die Wahlfreiheit der Verbraucher gewährleisten soll. Niemand solle gezwungen sein, ausschließlich auf digitale Zahlungsmethoden angewiesen zu sein, wenn er oder sie lieber bar zahlen möchte oder muss.

